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Ihr Buchhalter kündigt: 5 Schritte zum Interim Buchhalter

  • Autorenbild: Dennis Kulla
    Dennis Kulla
  • 11. März
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Montag, 8 Uhr. Ihr Buchhalter legt die Kündigung auf den Tisch. Für viele KMU ist das ein Schock. Drei Monate Frist klingt nach viel Zeit. Ist es aber nicht. Denn bis ein Nachfolger gefunden, eingearbeitet und wirklich produktiv ist, vergehen oft sechs Monate oder mehr. In der Zwischenzeit laufen Fristen, laufen Gehälter, läuft das Finanzamt und Ihre Buchhaltung muss trotzdem funktionieren.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, was zu tun ist, wenn Ihr Buchhalter kündigt. Als KMU haben Sie meist keine HR-Abteilung und keinen Springer im Hintergrund. Trotzdem kann eine Buchhalter-Vakanz professionell überbrückt werden, wenn Sie die richtigen Schritte kennen.

Buchhalter am Schreibtisch mit Dokumenten und Laptop bei der Arbeit


1. Sofort: Wissenstransfer sichern, bevor es zu spät ist

Der größte Fehler in dieser Situation: abwarten. Je länger Sie warten, desto mehr Wissen verlässt Ihr Unternehmen zusammen mit dem Buchhalter.

Veranlassen Sie in der ersten Woche eine strukturierte Übergabedokumentation. Das bedeutet konkret:

  • Welche wiederkehrenden Aufgaben gibt es und wann sind sie fällig?

  • Wo liegen Zugangsdaten, Systeme, Fristen?

  • Welche offenen Vorgänge gibt es gerade (Mahnungen, Jahresabschluss, DATEV-Prozesse)?

  • Welche Kontakte beim Steuerberater, Finanzamt oder bei Lieferanten laufen über den Buchhalter?

Eine gute Übergabe kostet zwei bis drei Tage. Eine fehlende Übergabe kostet Monate.


2. Kritische Fristen identifizieren

Nicht alles ist gleich dringend, aber einiges darf auf keinen Fall liegen bleiben. Prüfen Sie sofort:

  • Lohnabrechnung: Wann ist die nächste fällig? Wer übernimmt sie im Übergang?

  • Umsatzsteuervoranmeldung: Monatlich oder quartalsweise? Nächster Termin?

  • Jahresabschluss: In Arbeit, geplant oder noch offen?

  • Mahnwesen und Zahlungseingänge: Wer behält den Überblick?

Erstellen Sie eine einfache Fristenliste für die nächsten 90 Tage. Diese Liste ist Ihr Sicherheitsnetz.


3. Interim Buchhalter: Die Lücke professionell überbrücken

Viele Geschäftsführer reagieren auf eine Buchhalter-Vakanz mit dem Reflex: sofort eine neue Festanstellung ausschreiben. Das ist verständlich, aber oft der falsche erste Schritt.

Denn eine übereilte Festanstellung löst das Sofortproblem nicht. Die Stelle ist frühestens in drei bis vier Monaten besetzt und die neue Person braucht noch einmal zwei bis drei Monate Einarbeitung.

Ein Interim Buchhalter überbrückt diese Zeit:

  • Einsatz innerhalb weniger Tage möglich

  • Keine lange Einarbeitung notwendig, erfahrene Interimer kennen die gängigen Systeme

  • Fristen werden eingehalten, der Betrieb läuft weiter

  • Sie gewinnen Zeit, die Festanstellung ohne Druck und sorgfältig zu besetzen

Die Überbrückung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist professionelles Krisenmanagement.


4. Die Gelegenheit nutzen: Prozesse auf den Prüfstand stellen

Eine Buchhalter-Vakanz ist unangenehm. Sie ist aber auch eine seltene Gelegenheit: Zum ersten Mal seit Jahren schaut jemand mit frischem Blick auf Ihre Buchhaltungsprozesse.

Nutzen Sie diese Phase, um zu fragen:

  • Welche Aufgaben wurden bisher manuell erledigt, obwohl sie automatisiert werden könnten?

  • Gibt es Medienbrüche zwischen Systemen, zum Beispiel Rechnungen per E-Mail mit manueller Übertragung in DATEV?

  • Sind die Abschlusszeiten realistisch oder strukturell zu lang?

Ein erfahrener Interim Buchhalter bringt hier oft in den ersten zwei Wochen mehr Überblick als ein langjähriger Mitarbeiter in zwei Jahren, schlicht weil er von außen kommt.


5. Die Neubesetzung ohne Zeitdruck angehen

Mit einer soliden Übergabe, geklärten Fristen und einer Überbrückungslösung haben Sie das Wichtigste: Zeit.

Jetzt können Sie die Neubesetzung richtig angehen:

  • Stellenprofil präzise definieren: Was soll die Person können, was ist nice-to-have?

  • Systemkenntnisse klar benennen (DATEV, SAP, Lexware etc.)

  • Kandidaten gründlich prüfen, ohne sich durch den Zeitdruck zu schlechten Entscheidungen drängen zu lassen

Wer unter Druck einstellt, stellt häufig falsch ein. Eine Fehlbesetzung in der Buchhaltung kostet mehr als eine dreimonatige Interim-Lösung.


Fazit

Wenn Ihr Buchhalter kündigt, ist das für KMU keine Katastrophe, wenn die richtigen Schritte folgen: Wissenstransfer sichern, Fristen kartieren, die Buchhalter-Vakanz mit einem Interim Buchhalter professionell überbrücken und die Neubesetzung ohne Druck angehen.

Wenn Sie gerade in genau dieser Situation stecken und nicht wissen, wo Sie anfangen sollen: Ich springe kurzfristig ein und halte Ihre Buchhaltung am Laufen, während Sie in Ruhe die richtige Entscheidung treffen.

Wenn Sie gerade in genau dieser Situation stecken: Schreiben Sie mir kurz, was los ist. Per E-Mail an d.kulla@effizienzbuchhalter.de oder direkt über effizienzbuchhalter.de – ich melde mich innerhalb von 24 Stunden.

 
 
 

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